BMF Logo
VIDEOPORTAL

BMF Videoportal

Finanz im Dialog - 22.03.2017

Für die Wiedergabe der Videos wird Adobe Flash Player benötigt.
http://www.adobe.com/go/getflashplayer

Finanz im Dialog - 22.03.2017

vom 22. März 2017 Dauer: 04:24 Tags: Österreich Aktuell

Info

Wenn man sich die Entwicklung im Moment in Europa anschaut, dann ist sie geprägt von relativ stabilen guten Zahlen. Wir sind zurück ins Wachstum, die Inflationsrate steigt, für manche ist das gut, für manche nicht so gut. Die Zinsen sind niedrig. Die Beschäftigungswirksamkeit der Maßnahmen ist gut, aber, und das ist ein sehr wichtiges aber, wir haben eine große Anzahl von Faktoren, die in Richtung Unsicherheit deuten. Wir sind doch schon in keiner einfachen Situation generell. Wir sind in einer Situation, dass es eigentlich in allen Ländern in Europa ganz gut gehen könnte, vor allem in der Mitte Europas. Allerdings wenn man nach der psychologischen Stimmung fragt, haben wir eine größere Verunsicherung denn je. Reihenweise haben Regierungen Probleme sich zu stabilisieren, reihenweise sind die Bürger in den Ländern verunsichert und ich glaube neben der Sicherheit, wenn es um äußere Sicherheit geht, spielt die Sicherheit des Geldes eine große Rolle. Ich finde schon, dass Draghi und die EZB eine ganz zentrale wichtige Rolle in einer ganz schwierigen Zeit übernohmen hat. Nämlich damals die Märkte zu stabilisieren, zu beruhigen, in der Zeit, in der die europäischen Regierungen sich noch sehr schwer getan haben, die Prozesse der Transformation auf den Weg zu bringen. Sehr, sehr gut, das hat damals geholfen. Das Problem ist jetzt aber, dass durch die lange Zeit der Zinspolitik die positiven Folgen ehrlicherweise durch die negativen nicht mehr so deutlich werden. Zu was führt die extreme Zinspolitik? Zum einen mal dazu, aus meiner Sicht, dass ein großer Teil der Reformstaaten doch etwas nachgelassen hat in dem Eifer, Reformen im eigenen Land voran zu bringen. Denn es ist doch wesentlich einfacher, auf die weitere Zinspolitik zu vertrauen. Zweitens einmal: Die Investitionen in die Realwirtschaft haben nicht in gleicher Weise zugenommen, wie andere Investitionen. Und wir brauchen auch Banken als strategische Partner für die Wirtschaftspolitik, nicht nur als Erfüller von Finanzregulation. Wir haben uns in der Regulation der letzten Jahre gerade im Vergleich zu den Angelsachsen, von den Chinesen will ich gar nicht reden, ein dermassen enges Korsett an Regulation auferlegt. Das Problem ist, solange die Banken so wenig verdienen, sind sie nicht schockresistent. Und weil sie nicht schockresistent wird, regulieren wir. Und das ist der Punkt. Dieser Automatismus, würden die Banken verdienen, würden mehr Eigenkapital aufbauen können, dann bräuchten wir die Hälfte der Regulierungen. Ich glaube, dass wir in manchen Bereichen einfach schneller werden müssen mit den Lösungen, die wir anstreben. Es hat zum Beispiel zehn Jahre gedauert, ich habe in einem Projekt gearbeitet, zehn Jahre bis wir die gleichen Zahlungsverkehrsstandards haben, die für alle von uns wichtig sind, dass wir überall hin das Geld überweisen können. Solche Dinge sollten einfach beschleunigt werden. Natürlich haben die niedrigen Zinsen dazu beigetragen, die Staatshaushalte zu entlasten. Das macht einige Milliarden in Österreich aus, macht in Deutschland 20 Milliarden pro Jahr aus und das ist immer die Frage, wofür werden die Entlastungen verwendet. Und wir brauchen, glaube ich, beides. Wir brauchen Reduzierung der Schulden, aber wir brauchen auch Zukunftsinvestitionen. Überlegen wir uns gemeinsam, wie wir diesen Umstieg schaffen, vorsichtig. Ganz, ganz bedacht auf die Wirtschaftsentwicklung, keine Gefährdung des Wachstums. Natürlich als Bänker interessant besonders das Thema Deregulierung. Hier glaube ich erkannt zu haben, dass eine Gegenströmung jetzt vielleicht schon langsam fällig ist. Es hat eigentlich breite Übereinstimmung gegeben zu ein paar Themen, die in der europäischen Wirtschaftspolitik schon lange diskutiert werden. Erstens, dass man es mit der Bankenregulierung nicht übertreiben soll. Zweitens, dass wohl auch eine Wende bei der Geldpolitik bevorsteht. Und drittens, dass man den jetzt wirklich in Fahrt kommenden Aufschwung wirklich dazu benützen müsste, Zukunftsinvestitionen zu finanzieren und nicht der Versuchung nachzugeben, das Geld irgendwie so nach kurzfristigen Interessen versumpern zu lassen.

Empfehlen







Click to reload image
 =
 

Info Untertitel Empfehlen Facebook Twitter
Zurück
Weiter